Dies ist nur aus dem Zeitgeist des 16. Jahrhunderts zu verstehen. Man erwartete im 16.Jahrhundert den Jüngsten Tag, denn ein Äon zählte man zu 800 Jahre! Demnach war im Jahre 1600 das zweite Äon seit Jesus vergangen. Zeichen deuteten auf ein Weltenende hin. Die vielen Pestilenzen signalisierten den bibelkundigen Frommen, dass die apokalyptischen Reiter unterwegs waren. (Siehe auch Dürer, der ein Zeitgenosse von Nostradamus war und der sich mit der Apokalypse künstlerisch auseinander gesetzt hat.) Nostradamus sah, dass sich die Menschen sinnlos ängstigten. Er verwirklichte seinen Plan und schuf einen Universalalmanach für insgesamt 2242 Jahre. Von dem Jahr 1555 an gezählt reichte dieses Universalwerk bis zum Jahre 3797 nach Christi Geburt. Zielgruppe waren in erste Linie die Christen in Südfrankreich. Da Politik und Kirche damals eng miteinander verknüpft waren liegen uns quasi kirchliche und politische Prognosen bis zum Jahre 3797 vor. Vermutlich hat Nostradamus auch Prophezeiungen hinterlassen, die nur das französische Königshaus betreffen. Er war in seinem Herzen Royalist, d.h. ihm lag das Wohl der französischen Dynastien am Herzen. Interessant ist, dass bis einschließlich Ludwig XIV. alle französischen Könige das Grab des Sehers in Salon en Provence besucht haben. Ludwig der XV. und Ludwig XVI. hielten sich nicht mehr an diese Tradition.